Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

(Matthäus 28,20 — Monatsspruch für April 2019)

Auf unserer Gemeindeversammlung am 12. März haben wir unter anderem auch den Haushaltsplan für dieses Jahr 2019 beschlossen. Darin steht, dass wir 150.000 Euro an Spenden benötigen, um unsere Gemeindearbeit mit all ihren besonderen Aufgaben weiterführen zu können. Woher diese 150.000 Euro kommen sollen? Wir wissen es im Augenblick auch nicht - genauso wie wir es in den vergangenen Jahren am Anfang des Jahres auch immer nicht gewusst haben, wie wir die finanziellen Herausforderungen in unserer Gemeinde eigentlich stemmen sollen. Und das sind ja nicht die einzigen Unsicherheiten, mit denen wir konfrontiert werden. Wir erleben es immer deutlicher, wie der deutsche Staat seine Anstrengungen immer weiter steigert, christliche Asylbewerber wieder aus Deutschland zu entfernen, wie das Leben so vieler Glieder unserer Gemeinde immer schwieriger wird angesichts der Anfeindungen, denen sie von staatlicher Seite immer unverhüllter ausgesetzt sind.
Das Einzige, woran wir uns festhalten können, wenn wir an die Zukunft unserer Gemeinde denken, ist die Zusage unseres Herrn Jesus Christus in dem Monatsspruch dieses Monats: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Es ist eben nicht unsere Gemeinde, die wir hier in Steglitz bauen, es ist nicht unser Projekt. Und es sind eben auch nicht unsere menschlichen Bemühungen, die dafür gesorgt haben, dass unsere Gemeinde in diesen letzten Jahren so sehr gewachsen ist - mitsamt all den Herausforderungen, die sich daraus ergeben. Sondern es ist allein Christus, der unsere Gemeinde baut und ihr Zukunft gibt - allen Sorgen und allen Anfeindungen zum Trotz!
Mit den Worten des Monatsspruchs dieses Monats schickte Christus damals seine Jünger los in alle Welt - wohl wissend, dass sie dort keine großen Erfolgserlebnisse erwarten durften, sondern zunächst und vor allem Anfeindung, Ablehnung, ja am Ende auch der Märtyrertod. Die Worte unseres Monatsspruchs sind keine banale Allerweltsweisheit, kein hübscher Spruch fürs Poesiealbum. Sondern sie sind Zusage an Menschen, die die Botschaft von Jesus Christus weitertragen in dem Wissen, dass ihnen dies zunächst und vor allem Nachteile einbringen wird, ja sie das Leben kosten wird.
„Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!“ - So hatte es Jesus unmittelbar zuvor aufgetragen. Seine Zusage, bei seinen Jüngern alle Tage zu sein und zu bleiben, gilt also denen, die all das lehren, was Christus ihnen befohlen hatte. Nur da, wo die Kirche sich auch heute noch an den Auftrag ihres Herrn hält und nur das lehrt, was er befohlen hat, gilt ihr auch die Verheißung, dass ihr Wirken und ihre Zukunft getragen sind von der Gegenwart des Herrn Jesus Christus. Eine Kirche, die sich die Worte ihres Herrn so zurechtbiegt, wie es ihr passt, eine Kirche, die verschweigt, was Christus zu verkündigen aufgetragen hat, weil das angeblich heute nicht mehr passt oder anders gesehen werden muss, verliert damit zugleich die Verheißung der Gegenwart ihres Herrn. Eine Kirche, der die Zustimmung von Menschen wichtiger ist als die Treue zur Lehre ihres Herrn, kann sich nicht länger darauf berufen, dass der Herr bei ihr sein wird alle Tage bis an der Welt Ende.
„Siehe, ich bin bei euch alle Tage“ - Das kann kein Mensch von sich sagen, kein Pastor, auch kein Prophet. Im Munde Mohammads würden diese Worte einfach nur lächerlich klingen. Sondern diese Worte kann nur Gott selber sprechen - er, der eben nicht an Zeit und Raum gebunden ist. Das Matthäusevangelium endet mit der Selbstoffenbarung unseres Herrn Jesus Christus, dass er eben nicht bloß ein weiser Lehrer, nicht bloß ein Prophet, sondern der lebendige Gott in Person ist. Genau das ist es, was die Jünger damals, was die Kirche auch heute den Menschen zu bezeugen hat: Dass wir in Jesus Christus den wahren, lebendigen Gott finden - und dass an der Zusage unseres Herrn Jesus Christus die Zukunft der Kirche, ja die Zukunft eines jeden Christen hängt. Eben darum lässt sich der Gott des islamischen Glaubens nicht einfach gleichsetzen mit dem Vater Jesu Christi. Und wo Kirchen aus falschverstandener menschlicher Freundlichkeit in Dokumenten über den Dialog mit dem Islam diesen entscheidenden Unterschied verschweigen oder schönreden, müssen auch sie sich fragen lassen, ob sie nicht mit dem vornehmen Verschweigen des Anspruchs Jesu Christi nicht zugleich auch seine Verheißung verlieren - auch und gerade, wenn ihnen für ihr Bemühen um die Nivellierung der Unterschiede zwischen christlichem Glauben und Islam von so vielen Seiten Beifall gespendet wird.
Und noch etwas wird in den letzten Worten Jesu im Matthäusevangelium oftmals so schnell überlesen: Da spricht Christus vom Ende der Welt. Er macht deutlich: Diese Welt geht ihrem Ende entgegen, das sich eben dadurch vollziehen wird, dass er, Christus, wiederkommen wird. Wir können nur so in der rechten Weise aus der Verheißung der Gegenwart unseres Herrn in allem, was wir als Kirche tun, sprechen, dass wir zugleich auch bezeugen, dass wir auf die Wiederkunft Christi warten, dass von seiner Wiederkunft her noch einmal ein ganz anderes Licht auf das fällt, was wir als Kirche hier und jetzt zu erleiden haben.
Wunderbar tröstlich sind die Worte unseres Herrn - wenn wir sie wahrnehmen als Worte des lebendigen Gottes, der den Tod besiegt hat und auf dessen Wiederkunft wir Tag für Tag warten. Dann können wir ganz getrost dem entgegenblicken, was in diesem Jahr in unserer Gemeinde und auch in unserem persönlichen Leben vor uns liegt. Alles, was wir tun und erleben, bleibt getragen von dem Versprechen unseres Herrn, bei uns zu bleiben alle Tage unseres Lebens, bis wir ihn einmal mit eigenen Augen schauen werden. In Seinen Händen ist die Zukunft unserer Gemeinde, ist auch unsere persönliche Zukunft gut aufgehoben.
Herzlich lade ich Sie dazu ein, mit uns in unserer Gemeinde Ostern zu feiern und dabei den Leib und das Blut des auferstandenen Herrn Jesus Christus zu empfangen. ER will auch bei Ihnen alle Tage bleiben!     

Herzlichst,